Liebeskummer?
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Westfalenblatt Nr. 12 | 15. Januar 2010

Damit gebrochene Herzen wieder heilen

Bielefelderin Gabriele Poludniak (55) bietet Beratung
bei Trennungsschmerz und Co.
Von Hendrik U f f m a n n und Bernhard P i e r e l (Foto)

B i e l e f e l d (WB). Liebeskummertut weh. Und Liebeskummer kann mehr sein als eine bei schmalziger Musik durchheulteNacht – manche Menschen wirft er regelrecht aus der Bahn. Doch wohin mit dem Schmerz? Am besten von der Seele reden. Aber wer will sich schon immer wieder dieselbe Geschichte über eine gescheiterte Beziehung oder eine unerfüllte Liebe anhören? GabrielePoludniak.

Im Optimalfall sind es gute Freunde, die Liebeskummergeplagten zur Seite stehen. Doch wenn nicht? »Ich höre erst einmal zu. Auch wenn jemand immer wieder das selbe erzählen will«, sagt Gabriele Poludniak. Seit gut neun Monaten bietet die 55-Jährige in Bielefeld eine Liebeskummer- Beratung an, nach ihren Worten die bislang einzige dieser Art in NRW.

Denn eine Therapie im klassische Sinne ist es nicht, was die Ratsuchenden bei Gabriele Poludniak bekommen. Sie ist weder Psychologin noch Psychotherapeutin, sondern will einfach ihre Stärken einsetzen. »Einfühlungsvermögen, Empathie, eigene Erfahrung und eine gute Portion gesunder Menschenverstand. Das ist es, was ich in die Gespräche einbringen kann«, erklärt sie selbstbewusst.

Entdeckt habe sie diese Fähigkeiten bereits in ihrem früheren Beruf als Sekretärin beim Deutschen Gewerkschaftsbund in Bielefeld. Dort habe sie auch viel mit Menschen zu tun gehabt, die von Arbeitslosigkeit bedroht oder betroffen waren. »Ich war Auffangbecken für alles Unangenehme, habe beraten, Tipps gegeben, beruhigt. Und habe dabei gemerkt, dass ich das kann.«

Das einschneidendste persönliche Erlebnis war für sie jedoch der Tod ihres Mannes vor einigen Jahren. »Er hatte Leukämie, und in der Zeit, in der ich ihn bis zum Tod begleitet habe, habe ich viele Erfahrungen gesammelt«, erzählt Gabriele Poludniak. Unter anderem auch die, dass die Therapie, die sie anschließend selbst absolvierte, ihr nur wenig geholfen habe. »Einfach jemanden zu haben, der zuhört, mit dem ich reden kann, das war für mich viel wichtiger als die Therapiestunden.«

Genau das bietet Gabriele Poludniak, die von sich sagt, auch persönlich über eine »nicht unerhebliche Portion an Liebeskummer- Erfahrung« zu verfügen, nun in Sachen gebrochener Herzen selbst an. Nie verbissen oder grabesschwer, sondern, wenn angebracht, auch mit Humor. Fast 60 Menschen hat sie seit dem Start ihres Service' beraten. Meist sind es Menschen ab 35 Jahren – der älteste Kunde ist 68 –, zwei Drittel davon sind Männer.

Jüngere Menschen, vermutet sie, gehen mit Liebeskummer oft anders um, stürzen sich nach schlechten Erfahrungen schneller ins Leben, gehen wieder aus in Kneipen oder Diskos. Ältere tun sich dabei schwerer und haben außerdem meist längere Beziehungen – oft auch jahrzehntelange Ehen – hinter sich. »Und gerade Männer können mit ihren Freunden über Autos oder Fußball reden, aber nicht darüber, wenn sie wegen einer Frau richtig im Eimer sind. Einem Fremden können sie dann leichter ihr Herz ausschütten.«

Die Menschen, die zu einer Beratung zu ihr kommen, so Poludniak, haben ernsthafte Probleme mit dem Liebeskummer. »Sie können nicht schlafen, nicht essen, werden richtig krank, und auch die Arbeit leidet darunter. « Manchmal gehe es um unerwiderte Liebe, manchmal um eine Beziehung mit einem verheirateten Menschen, der sich nicht von seinem Ehepartner trennen will. In den meisten Fällen seien es aber Trennungen, die die Menschen aus der Bahn werfen. »Häufig mit dem Wunsch, den Partner zurück zu bekommen.«

Im Café, bei einem Spaziergang durch den Park oder bei einem Tee in ihrem Wohnzimmer redet sie dann mit den Liebes-Leidenden, gibt ganz praktische Tipps aus dem Alltag, aus ihrer eigenen Erfahrung. »Wenn etwa jemand den Partner, den er zurück gewinnen will, mit Briefen, Blumensendungen und SMS-Nachrichten überschütte, rate ich, diesen blinden Aktionismus zu lassen und einfach mal nichts zu machen«, nennt die 55-Jährige ein Beispiel.

Manche Kunden treffen sich alle zehn Tage mit ihr, andere zwei Mal pro Woche. Im Durchschnitt dauere es mindestens drei Monate, bis die schlimmste Phase des Liebeskummers überwunden sei, manchmal auch deutlich länger.

Sich ständig Leidensgeschichten anzuhören, betont Gabriele Poludniak, empfindet sie nicht als belastend – im Gegenteil. »Mir tut es selber gut, wenn ich merke, dass ich jemandem helfen kann und es den Menschen nach unseren Gesprächen wieder besser geht.«

Und ihre bisherige Erfahrung sei fast ausschließlich positiv – und belege eine alte Weisheit: Geteiltes Leid ist halbes Leid.
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www.news-bielefeld.de vom 20.12.2009 | Autor: BLiCKpunkt Redaktionsbüro


Liebeskummer-Beratung in Bielefeld

Liebeskummer tut weh
Was die Bielefelderin Gabriele Poludniak ins Leben
gerufen hat, war schon lange fällig:

Eine Liebeskummer-Beratung
- einfach genial - und so unkompliziert
.

Anrufen, Problem schildern, Termin finden und selbst entscheiden, wie man sich diese Begegnung vorstellt, ob ein Spaziergang oder ein Treffen in einem kleinen Cafe, im ganz privaten und warmherzigen Umfeld der Liebeskummer-Beraterin, das kann der Ratsuchende vorschlagen und mit Gabriele Poludniak vereinbaren.

Für alles und jedes Problem oder auch Problemchen, für noch so unvorstellbare Bereiche und Schwierigkeiten gibt es Lösungsvorschläge, Beratungs- und therapeutische Hilfsangebote, die wir in Anspruch nehmen können, aber für den "Liebeskummer-Schmerz" müssen doch letztendlich fast immer nur die Freunde und die Familie herhalten.

Es scheint doch wirklich immer noch ein großes Tabu-Thema zu sein, dass wir bei dem größten Herz-Schmerz den es gibt, leider nur in der Musikbranche das Gefühl haben, hier auf Gleichgesinnte zu stoßen. Doch mit den banalen Worten, dass sich der "Liebeskummer nicht lohnt", ist der Kummer nicht ausgestanden.

Und deshalb gibt es jetzt die Liebeskummer-Beratung in Bielefeld. Diese bodenständige, emphatische und durchaus humorvolle Frau, die sicherlich über eine nicht unerhebliche Portion an Liebeskummer-Erfahrung verfügt, hat einfach die Gabe bei jedem Menschen den richtigen Ton und die richtigen Worte zu finden, das ist ein Talent! Offensichtlich nicht erlernbar, man muss es haben, sie hat es einfach!

Hier begegnet einem eine reife Frau ohne Alter, eine warmherzige Mütterlichkeit ohne altmodischen Dünkel, eine offene und couragierte Frau ohne distanzlos zu sein, eben eine Frau mit ganz viel Gefühl und der außerordentlich geduldigen Gabe des genauen "Zuhörens". Gleichzeitig ist immer damit zu rechnen, dass auch ihre Sicht der Dinge in die Waagschale geworfen wird. Dabei wirkt sie klar, ein wenig schonungslos, ungeschminkt, aber nie verletzend.
 
Eingestellt von Detlef Klemme - Chefredakteur im BLiCKpunkt-Medienverbund
 
Ja, das ist sie, die Liebeskummer-Beraterin aus Bielefeld, Gabriele Poludniak. Auf der Website www.liebeskummer-tut-weh.de finden Sie mehr Information oder schauen Sie sich den Beitrag vom WDR - OWL Lokalzeit Hilfe für gebrochene Herzen an.




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Neue Westälische vom 23.05.2009


Das Liebesleid lindern

Wenn es mit der Beziehung nicht mehr klappt: Gabriele Poludniak weiß Rat

VON HEIDI HAGEN-PEKDEMIR
 
Geduld ist ihre Stärke | FOTO: WOLFGANG RUDOLF
 
Bielefeld. Er könne nachts nicht mehr schlafen, klagte der Anrufer. Etwas Ungeheuerliches sei geschehen. Seine Frau habe ihn verlassen. Der 65- Jährige gehört zu den ältesten Klienten Gabriele Poludniaks. Die Bielefelderin hilft Menschen bei Liebeskummer.

Meist sind es Männer, die sich bei ihr melden. "Vermutlich haben die Probleme damit, sich nahestehenden Menschen anzuvertrauen", glaubt sie. Ihre Freunde schätzen die 55-Jährige als aufmerksame und geduldige Zuhörerin. "Ich habe mich immer schon gefragt, warum es zu diesem wichtigen Thema so gut wie keine neutralen Berater gibt."



"Nicht reden, machen", hat sie kürzlich beschlossen. Die gelernte Sekretärin entwarf einen Flyer mit einem tiefroten gebrochenem Herzen. "Liebeskummer tut weh! Möchten Sie sich Ihren Kummer von der Seele reden?" schrieb sie darunter und fügte ihre Telefonnummern und die E-Mail-Adresse hinzu. Das kleine Blatt Papier vervielfältigte sie hundertfach, verteilte es in Cafés und Kneipen und heftete es an die Pinnwand im Supermarkt.

Fürs erste Treffen schlägt Gabriele Poludniak den Verzweifelten meist ein Lokal vor, einen neutralen Ort, oder sie führt das Gespräch während eines Spaziergangs. "Dabei lässt es sich gut reden."

Und wie die Leute ihr Herz ausschütten! Gabriele Poludniak erfährt meist die intimsten Details. "Mit mir kann man über alles reden. Ich kenne keine Tabus", versichert sie.

Nach der ersten Aussprache kommt sie als Beraterin ins Spiel, versucht, ihre Sicht der Dinge darzustellen, redet häufig vom Loslassen und pflegt dabei einen lockeren Ton. Damit überwindet sie schnell mögliche Hemmschwellen ihrer Gesprächspartner. Betroffenen in schwierigen oder für sie unlösbaren Situationen empfiehlt sie den Besuch einer psychologischen Praxis.

Wer findet den Weg zu der Frau, deren Wohnung selbst gemalte Bilder in unterschiedlichen Rottönen schmücken? Meist Menschen zwischen 30 und 65 Jahren. Das hat die sie überrascht. "Ich war eher auf Teenager eingestellt", sagt sie. Diese Zielgruppe artikuliert sich eher per SMS, wie ein Blick ins Internet zeigt. "Liebe ist groß, Liebe ist klein, Liebe lässt Menschen oft allein", heißt es dort unter anderem. Oder etwas holprig: "Früher war ich dein kleiner Teddybär. Wir hatten uns lieb, sogar sehr. Doch hörte dein Herz auf, für mich zu pochen, und so hast du mir meins zerbrochen."

Was Poludniak freut: Die Liebeskummer-Geplagten sehen ihr Alter nicht als hinderlich an. Im Gegenteil: Sie sind froh, dass sie es mit einer lebenserfahrenen Frau zu tun haben.

Was sie sonst noch qualifiziert? "Erfahrung, Empathie und einen ordentlichen EQ (emotionale Intelligenz)", sprudelt sie los und zwinkert mit den dunkelbraunen Augen: "Habe ich das nicht gut gelernt?" Typisch Gabriele Poludniak. Immer schön locker, niemals verbissen. poludniak@t-online.de